Ahoi und herzlich Willkommen bei den Kajütengesprächen des neue Hanse Business Clubs. Mein Name ist Doris Stegemann zusammen mit Canan Ramrath unterhalten wir uns mit Marie Osthues über ihren Werdegang, ihre jetzige Position und ihre Auffassung zu den Themen Mitarbeiter, Marketing und Nachhaltigkeit, also rein in die Kajüte und los geht’s.

Canan Ramrath

Ich bin Canan Ramrath. Hallo Marie, Wir haben heute die Marie Osthues von Juwelier Osthues aus Münster im Gespräch in der Kajüte und schön, dass du da bist. Stell dich doch unseren Zuhörern vor. Wer bist du?

Marie Osthues

Hallo, auch von meiner Seite. Ich bin Marie Osthues, ich bin 34 Jahre jung und gebürtige Münsteranerin. Ich bin in Münster aufgewachsen, zur Schule gegangen, hab hier mein Abi gemacht und dann hab ich Münster verlassen, für knapp 10 Jahre. Bin studieren gegangen und hatte mehrere Schritte und bin mittlerweile Inhaberin des Juweliergeschäfts Juwelier Osthues. Wir sitzen am Prinzipalmarkt hier in Münster, Prinzipalmarkt 35 und, da bin ich jetzt seit einem Jahr alleinig, ich habe das Unternehmen seit April 2024 von meinem Vater übernommen und so komme ich hierhin.

Canan Ramrath

Was hast du für eine Ausbildung gemacht? Was hast du mal gelernt und war das für dich, als du die Schule verlassen hast und dein berufliches Leben angefangen hast, Iigendwann mal klar, dass du das Unternehmen deines Vaters übernehmen würdest?

Marie Osthues

Also ich glaube, ich bin aufgewachsen mit diesem Juwelier. Bedeutet, insofern das Konzept der Juwelieren nie ein fremdes war, aber ich würde gleichzeitig sagen, dass ich relativ unabhängig davon aufgewachsen bin. Und das ist sicherlich meinen Eltern zu verdanken, dass ich immer die Möglichkeit hatte, mich selbst zu entwickeln, Interessen zu entwickeln, zu schauen, was interessiert mich, was möchte ich überhaupt machen. Und so hab ich dann erstmal Politikwissenschaften studiert. Im Bachelor und im Master und hab dann erst eigentlich zu Ende meines Masterstudiums mit der Entscheidung, den Laden zu übernehmen, dann wirklich den Fokus auch Ausbildungstechnisch darauf gelegt, bin dann aus meinem Master raus. Bin erstmal nach Düsseldorf gegangen, hab da 1,5 Jahre an der Köningsallee gearbeitet bei einem Juwelier. Dann kam Corona 2020 und dann hatte ich noch mehrere Stationen in Idar Oberstein. Für die aus der Branche, die werden es kennen, Idar Oberstein ist der Dreh und Angelpunkt eigentlich, würde ich sagen, noch europaweit für Farbedelsteine. Und hab da eine Ausbildung zur Gemmologin gemacht. Und hab hier in Münster, Handwerkskammer, Bildungszentrum noch ein Betriebswirt hinterher geschoben, weil ich dachte, mit der Politikwissenschaft, also ich verstehe Demokratie und verschiedene Staatsformen, aber daraus lässt sich jetzt noch nicht unbedingt ein Betrieb leiten. Dementsprechend hatte ich dann noch ein Paar Pfeiler, die mich vorbereiten konnten, im Prinzip auf den Beruf, den ich dann nachher und jetzt ausführe. Und dann war ich 1,5 Jahre zusammen mit meinem Vater im Geschäft. Und wie gesagt, jetzt seit letztem Jahr April alleinige Inhaberin, also im Prinzip ging alles eigentlich los mit der Entscheidung im Master für die Nachfolge, also den Betrieb zu übernehmen. Da Stand aber natürlich auch noch mal ein längerer Weg davor, für die Übernahme, wo meine Eltern bzw. mein Vater mich und meinen Bruder damals noch an die Rolle und an die Entscheidung herangeführt haben.

Canan Ramrath

Wie war das denn eines Tages, als du deinen Eltern oder deinem Vater erklärt hast, ja, Papa, ich will das Unternehmen übernehmen. Wie war es für ihn?

Marie Osthues

Also ich kann mir vorstellen, dass er glücklich war. Das hoffe ich. Doch, doch, er wird sich darüber gefreut haben. Ich glaube, es ist jetzt kein Schockermoment mehr, also weil wir haben uns so lange mit der Nachfolge beschäftigt und ich habe vorher mit meinem Bruder einmal ausführlich gesprochen, wo ich ihm gesagt habe. Julius, Ich kann mir das vorstellen. Ich glaube, ich tue es oder ich mache das und er im gleichen Zuge sich dann auch zurückgezogen hat, was er aber sicherlich auch schon vorher getan hat. Und dann, war es jetzt nicht mehr eine offizielle Verkündung, es war dann eher ein schleichender Prozess mit mit vielen, jas, die dann zu dem endgültigen Ja geführt haben. Wenn ich es Runterbrechen müsste, dann würde ich sagen, ja, er hat sich bestimmt sehr gefreut, dass ihm das auch gelungen ist, diesen Betrieb in die nächste Generation zu führen.

Canan Ramrath

Aber er hat dich noch über 1,5 Jahre begleitet und ich erlebe es in den letzten Jahren, wenn ich Unternehmen begleitet habe, in der es ein inhaberwechsel gab, entweder innerhalb oder außerhalb der Familie, dass manchmal es auch so war, dass die ehemaligen Inhaber, die das Unternehmen gegründet und aufgebaut haben, es schwer hatten, es auch loszulassen. Wie ist es denn bei euch beiden?

Marie Osthues

Es ist uns, und damit ist er sicherlich eher angesprochen, dass es ihm ziemlich gut gelungen ist. Also er tteht mir heute noch in vielerlei Hinsicht als Sparringspartner gut zur Verfügung. Sei es mal, telefonisch sei es mal, wenn er in der Stadt ist, kommt er eigentlich auch immer vorbei und kommt rein. Aber er ist jetzt weder operativ noch strategisch irgendwie mit dem Unternehmen unterwegs. Wie gesagt eher wirklich als Beratungsinstanz für mich. Und natürlich auch ganz pragmatisch, wenn es mal an der Frau heißt es bei uns eher oder Mann fehlt, dann springt er sicherlich auch mal für ein paar Stündchen ein. Das ist ihm sehr, sehr gut gelungen. Ich kenne diese Problematik, dass in vielen Familiennachfolgen oder Nachfolgesituationen, daran kranken im Prinzip, dass sich ein Senior oder eine Seniorin nicht zurückziehen kann. Da bin ich ganz glücklich drum, dass dass wir da einen anderen Weg gefunden haben.

Canan Ramrath

Das hört sich doch gut an. Das heißt, du hast freie Entscheidungsgewalt und kannst dich entfalten. Und wie siehst du deine letzten Jahre der Selbständigkeit? Du hast ja auch einige Mitarbeitende im Unternehmen. Wie hast du dich entwickelt? Bist du zufrieden, so wie es gelaufen ist?

Marie Osthues

Also ich würde sagen, ich glaube, ich kann da noch nicht den großen Bogen ziehen. Ich bin jetzt seit knapp 1,5 Jahren selbstständig und seit 1,5 Jahren im Prinzip Führung und Leitung von knapp, 13 Mitarbeitern. Das ist, glaube ich nichts, was man jetzt mal eben so macht und nach 1,5 Jahren sagt, jetzt hab ich hab ich den Dreh raus, jetzt weiß ich wie es funktioniert, sondern vielmehr ein Learning jeden Tag aufs Neue. Ich glaube, ich bin ganz dankbar, dass ich einen relativ etablierten Mitarbeiterstamm habe. Das ist sehr, sehr viel wert, auch wenn es um eigene Unsicherheiten geht. Das ist ein historisch gewachsenes Unternehmen, was auf eine lange Tradition zurückblickt, was immer wieder von verschiedenen Inhabern geführt wurde, der dann immer wieder irgendwie ein bisschen was rein gibt. So ist das Unternehmen in den letzten 40 Jahren von meinem Vater geprägt. Jetzt sind mein Vater und ich aber völlig verschiedene paar Schuhe und verschiedene Menschen, wir sind uns sicherlich in vielen Dingen auch mal ähnlich, aber grundsätzlich bin ich eine andere Person, führe dementsprechend auch ein bisschen anders, aber ich würde mich hüten, da jetzt schon eine große Überschrift drüber zu setzen. Ich glaube, also das passt nicht, weil ich immer noch ganz selbstverständlich mit vielen, vielen Unsicherheiten umgehe, auch bestimmt bei vielen Dingen nicht weiß, habe ich das jetzt klug entschieden. Richtig entschieden oder habe ich damit jetzt irgendwem vor den Kopf gestoßen, also ich glaube nur so viel, dass es mir sehr gut tut. Und leicht fällt Dinge ganz offen und transparent anzusprechen, auch wenn es um eigene Unsicherheiten geht, da auch mal ja in die Gefahr zu gehen, ist das jetzt souverän oder nicht? Da gewinne ich viel mit. Aber wie gesagt, auch weil ich in ein gutes etabliertes Team reingekommen bin, die da ganz viel auch mittragen, da bin ich richtig, richtig dankbar für. Ja, aber ich würde mich hüten, wie gesagt, die Überschrift. So viel, ich fühle mich in meiner Rolle eigentlich sehr sicher, ich fühle mich in meiner Rolle auch wohl, ich tue das gerne, ich bin bin gerne jemand, der die Firma und den Juwelier anführt, der ihn denkt. Die Firma denkt und weiter denkt und da auch die Leute beim mitnehmen möchte und kann. Also das glaube ich gelingt schon ganz gut, so viel vielleicht.

Canan Ramrath

Du scheinst ein sehr bescheidener Mensch zu sein. Liebe Marie, kann das sein?

Marie Osthues

Vielleicht einfach nur etwas vorsichtiger. Vorsichtiger, weil es noch so frisch ist. Also wie gesagt, ich war vor ein paar Monaten, bei einer Veranstaltung, wo über Führungsstile geredet wurde und ich kann aus verschiedenen Kursen oder aus dem Betriebswirt damals noch sicherlich die ganzen verschiedenen Stile Runterbrettern. Mich da aber jetzt, ich bin ein kooperativer Leader oder ein hierarchischer Leader, also sehe ich nicht, mich da irgendwo reinzupacken, weil es wird Nuancen von allem davon geben und die Situation wird bestimmen, was es für ein Leading ist. Wenn ich jetzt in dem Wortgebrauch weitermache, braucht und ja, so würde ich es selber schreiben.

Canan Ramrath

Also, liebe Marie, das hört sich ja sehr sympathisch an und du scheinst nicht nur bescheiden, sondern auch eine klassische Münsterländerin zu sein, weil aus dem, was du erzählst, hör ich raus, dass du ein Mensch bist, der mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Und das, was du machst, nämlich Inhaberin zu sein und Geschäftsführerin zu sein, ist ja kein Ausbildungsberuf. Das ist etwas, was du jeden Tag neu lernst, definierst und auch Auslebst und es dir auch autodidaktisch selber beibringst und du dann reifst und dich dann mit der Zeit dann optimierst. Und wenn du eine Mannschaft hast oder eine Frau schafft. Die dich trägt, weil dein Vater eine entsprechende Unternehmenskultur auch hatte und der dir so den Teppich bereitet hat, dann ist das doch ein ganz tolle Sache.

Marie Osthues

Ja, ja, also wirklich, ich kann das nur betonen, wie schön das ist, in ein Unternehmen reinzukommen, was schon eine DNA trägt, und das ist auch ein tolles Ding von Nachfolger. Ich glaube, Grundvoraussetzung ist, dass man diese DNA ein bisschen gibt, weil, wenn man sie nicht teilt, dann muss man sich glaube ich sehr anpassen, oder das Unternehmen muss sich irgendwie zwangsläufig anpassen. Ich will gar nicht sagen, dass das verkehrt ist oder dass es nicht geht, aber ich kann mir vorstellen, dass es vielleicht ein Win Win wird wenn es sich schon vorher überlappt und das war bei uns bestimmt der Fall.

Canan Ramrath

Meine letzte Frage in meinem Part an dich ist, was ist deine Vision für die Zukunft?

Marie Osthues

Wenn ich das jetzt schon irgendwie skizzieren kann, dann glaube ich nach wie vor, dass mein Vater gut daran getan hat und es richtig getroffen hat, den Juwelier in eine bestimmte Richtung Auszulenken und das ist, was wir uns überschreiben, die Otolerie, das bedeutet im Prinzip, dass wir immer den Edelstein eigentlich im Fokus unseres Schmuckstücks sehen und sehr, sehr hochwertigen Juwelen und Farbsteinschmuck herstellen möchten und verkaufen möchten. Das ist ein selbst aufgelegtes Qualitätskriterium. Kriterium quasi, der uns, ich glaube auch auf der Straße in Münster so ein bisschen, identifizieren lässt, wenn das Sinn macht und ich denke, Vision ist da sicherlich dieses Konzept, wenn man das so nennen möchte, weiter auszuarbeiten. Den Schmuck dahingehend zu kreieren, also mutig zu sein in den Kreationen. Wir fragen natürlich immer ist das tragbar und ganz oft höre ich, das kann man doch nirgendwo mehr tragen, wir wollen Akzente setzen im Prinzip, dass man es kann. Dass das sehr wohl klappt. Und eigentlich können wir jährlich beweisen, dass es viele Leute gibt, die das auch tragen. Es ist gar nicht so angsteinflößend, wenn man ein schönes farbstein Collier trägt, wie man das vielleicht denkt. Es hat nämlich im Gegenteil eine ganz, ganz schöne Note, eine ganz schöne Art und Weise, Persönlichkeit zu unterstreichen. Das ist sicherlich eine große Vision, das weiter auszubauen, das richtig umzusetzen. Ich weiß nicht, ob man das als Vision bezeichnen würde, aber vielmehr auch für mich, dieses Unternehmen irgendwie in die Zukunft weiterzuführen, weiter zu tragen, dass ich mit meiner neunten Generation auch nicht die letzte bin. Das es eine 10. Hoffentlich gibt und das Osthues weiterhin nicht nur in Münster, sondern in Deutschland ein Name für Qualitäts Schmuck und hochwertiger Schmuck bleibt.

Doris Stegemann

Wunderbar. Du kannst mich auf jeden Fall begeistern, dass ich vielleicht doch mal anfange, Schmuck zu tragen. Bin ich auf jeden Fall sehr gespannt. Also ich bin tatsächlich jemand, der fast gar keinen Schmuck trägt, deswegen komme ich gerne vorbei und lass mich überzeugen.

Marie Osthues

Ja, das kriegen wir hin.

Doris Stegemann

Da bin ich von überzeugt, auf jeden Fall. Das ist ja auch so ein Thema der DNA, du hast das gerade vorhin so schön gesagt, die DNA des Unternehmens, es muss sich halt so ein bisschen teilen, das ist so wie kleine Kinder kriegen oder wie eben kleine Änderungen innerhalb dieser Helix, um einfach das Unternehmen an dich an das, was du vor hast, an das, was du tun willst und auch mit den Mitarbeitenden zusammen zu verändern. Und das ist natürlich eine Arbeit, die Veränderungsprozesse mit sich bringt, die meist nicht so wirklich reibungslos geht. Ich schätze dich jetzt aber gerade tatsächlich als Menschen ein, der doch sehr humanistisch mit seinen Mitarbeitenden, mit den Mitarbeitenden unterwegs ist. Bist du da irgendwie auf Widerstände gestoßen oder ist das so schön durchgelaufen?

Marie Osthues

Ja, also glücklicherweise nicht. Dazu muss man aber auch sagen, ich bin jetzt gar nicht hau drauf reingegangen. Letztes Jahr April, jetzt haben wir August. Ich bin jetzt wirklich nicht mit der Keule da durchgegangen und hab angefangen den Leuten zu verbieten oder verboten die Sachen so und so zu tun, dass jetzt nur noch die E-Mail auf x geschrieben werden darf und nicht auf Y und also, das könnte ich jetzt ewig weiterführen. Ich glaube, das führt zu nichts. Eher, dass wir uns das alles in der Anfangszeit sehr unbequem machen. Und ich glaube, wenn du von diesem Change Management redest, also kann innerhalb von 2 Monaten alles passieren muss aber nicht und sicherlich nicht bei einem kleinen Einzelhandelsunternehmen, was nun mal eher davon lebt, wirklich eine tolle Dienstleistung, einen tollen Service, tollen Schmuck anzubieten und zu verkaufen. Als dass unser Kalender digital geführt wird. Dementsprechend musste es A gar nicht und es gab wenig Fläche für Widerstände und B, glaube ich, ich arbeite dann da viel mit, dass wir verschiedene Dinge verändern werden und müssen, bei uns im Unternehmen. Ich glaube aber auch, der Ton spielt, die Musik und Zeit heilt die Wunden. Und wenn man da gut dran führt, dann wird das schon gelingen. Ich hab nicht das Gefühl, dass irgendwer in meinem Team sich dagegen verweigern würde, im Gegenteil, eigentlich sind die alle sich sehr wohl darüber bewusst, was die nächsten Steps sind und dass die kommen.

Doris Stegemann

Wunderbar. Das unterstreicht auf jeden Fall auch deine Art und Weise und auch dein Herzblut, was du da voll reinsteckst. Also man sieht das richtig schön mit, weil auch im Vorgespräch war das auch schon so. Ach ist die toll, hab ich mir gedacht. Weil du hast halt genau diesen. Du sagtest das vorhin. Ich hab keine Ahnung, wie dieser Führungsstil wirklich heißt. Er heißt tatsächlich situativer Führungsstil. Weil man dann genau die Situation so nutzt, wie man sie braucht. Und wir sind, glaube ich so von die Menschen, die um uns herum sind, sind natürlich auch Menschen, die gerne abgeholt werden möchten und das schaffst du vorzeitig erstmal durch deine natürliche Art, durch deine herzliche Art und die Menschen um dich herum merken das. Und es ist aber nicht jeder so und deswegen komme ich jetzt auch so mal so ein bisschen zu den Nachfragen, die ich noch hier hinten so habe. Das Thema Mitarbeiterfindung und Mitarbeiterbindung ist ja immer ein sehr großes Thema, vor allen Dingen auch im Einzelhandel, in den Gastronomien, vor allen Dingen auch in sehr vielen ungebundenen Unternehmen. Und das ist natürlich auch was, mit dem man sich sehr stark beschäftigt, vor allen Dingen nach Corona war es sehr so, dass die Einzelhändler gesagt haben, wir haben wenig Mitarbeitende oder wir finden keine mehr, weil in Münster. Münster ist eine Studentenschaft, die haben sich wahrscheinlich Umorientiert in verschiedenen Richtungen. Wie siehst du das denn, was meinst du, warum erstens mal man echt Schwierigkeiten hat Mitarbeiter zu finden und sie dann auch noch zu binden.

Marie Osthues

Im Kern. Ist das der Kern der Arbeit, der sich sicherlich verändert hat? Die Ansprüche, die an Arbeit gestellt werden. Die Erwartungshaltung, was muss Arbeit für mich erfüllen? Was muss mein Arbeitgeber, meine Arbeitgeberinnen für mich erfüllen? Also das sind erstmal alles Dinge, die ich glaube, die Heutezutage nicht mehr so Leichtfällig machen einen Job anzunehmen beziehungsweise ihn zu bekleiden. Ja gut, ich glaube, coronawechsel ist vielerlei, dass viel ins Digitale abgewandert ist. Ich kenne ganz viele, die sicherlich vorher in der Gastronomie ein gutes Zuhause gehabt haben für, zum Beispiel ein Aushilfsjob oder so ein Minijob, den sie heute vielleicht für einen höheren Stunden Lohn am Rechner oder am Laptop erledigen können. Auch da würde ich immer nachfragen und das Trinkgeld? Kannst du darauf auch verzichten? Die Begegnung mit den Menschen et cetera PP also da, klopft natürlich ein ganz anderes Herz noch irgendwo in meiner Brust. Die, die für die Begegnung oder für die Arbeit, die analoge Arbeit in Anführungsstrichen wirbt. Ich würde sagen, was wir im Prinzip mitbringen und was, was unsere Mitarbeiter für Osthues begeistern kann und begeistert, ist das, worüber wir gerade schon eingangs gesprochen haben. Was wir bieten wollen und können, ist eine Firma, in der man sich sehr, sehr schnell zugehörig fühlen kann und darf. Dass man die Möglichkeit hat, sich irrsinnig schnell zu etablieren und sich seinen eigenen Bereich, was ganz gleich was das auch sein mag oder ist, für sich zu erarbeiten. Wir haben den Vorteil, dass wir überhaupt nicht hierarchisch sind, dass wir keine festen Strukturen haben. Der kümmert sich nur um das oder die kümmert sich nur um das. Natürlich haben wir sicherlich jemanden, der für die Buchhaltung zuständig ist und auch jemanden, der Wareneingang, Warenausgang macht et cetera, aber sonst sind die Dinge bei uns relativ flowing. Das heißt, wenn ich jetzt jemanden einstelle, die Sachen absolute Expertin für Dekoration, und das hatten wir, ich mach die Deko, ich hab da richtig Bock drauf. Ja, dann bitte. Also bin ich die letzte und jeder im Team ist die letzte, die da irgendwie oder der da ein Keil reintrappt und sagt, Na jetzt würde ich gerne die Deko machen. Und das ist, glaube ich, das ganz Besondere. Und ich glaube umso mehr man sich selbst verantwortlich fühlt für das, was man da tut. Umso besser ist es möglich, sich in Arbeit in ein Team zu integrieren, sich damit zu identifizieren. Umso schöner lässt es sich erarbeiten, umso mehr Spaß macht es dabei. Also wir sind ein super kleines Unternehmen, nein, es gibt keine Fitnessstudio Verträge bei mir. Aber ich kann dennoch bieten, dass man sich bei uns richtig, richtig wohlfühlen kann, dass man sehr viel Sinnstiftung in der Arbeit findet. Weitaus über dem, was man denkt, was eine Verkäuferin oder ein Verkäufer meinetwegen so bei der Arbeit abgreifen können, das definitiv, dafür sind wir einfach Sau spannend aufgestellt, haben Sau spannende Kunden, gehen mit total coolen Leuten um mit einem super Produkt.

Doris Stegemann

Also wenn sich jetzt keiner bei dir bewirbt, weiß ich auch nicht. Auf jeden Fall, also grundsätzlich machst du genau das, was ich jetzt gerade fragen wollte, was meinst du denn, warum hängt im Marketing und Mitarbeiterfindung so stark übereinander? Hast du schon vorweg beantwortet, definitiv. Vielen herzlichen Dank. Ich habe noch 7 Satzanfänge. Ich halte 7 Finger hoch und keine 5, für dich und ich würde einfach mal damit beginnen und du versuchst einfach mal sehr intuitiv und sehr spontan zu antworten.

Sprecher

Okay.

Doris Stegemann

Wollen wir das mal ausprobieren?

Marie Osthues

Ja, bitte.

Doris Stegemann

Wenn ich ein Tier wäre, wäre ich…?

Marie Osthues

Eine Giraffe.

Doris Stegemann

Wundervoll. Marketing ist für mich…?

Marie Osthues

Kennenlernen.

Doris Stegemann

Wenn ich diesen Weg nicht gegangen wäre, wäre ich…?

Marie Osthues

Politischer.

Doris Stegemann

In diesem Beruf arbeiten ist für mich…?

Marie Osthues

Erfüllung.

Doris Stegemann

Als ich klein war…?

Marie Osthues

Saß ich ganz oft auf dem Schoß der Goldschmiede noch an der Ludgeristraße und man hätte den Weg vielleicht schon vor ebnen können.

Doris Stegemann

Das war für mich wegbereitend…?

Marie Osthues

Die Begeisterung meines Vaters für dieses Naturprodukt.

Doris Stegemann

Wundervoll. Folgendes Buch habe ich die letzten Tage gelesen…?

Marie Osthues

Unter Leuten von Julie C.

Doris Stegemann

Wundervoll. Gut Marie, vielen herzlichen Dank für das Teilen deiner tollen Gedanken. Hast du da einen spitzen Gedanken oder der dich in der letzten Zeit begleitet hat, den wir unseren oder den du unseren Hörern, Hörerinnen vielleicht mitgeben möchtest?

Marie Osthues

Ja, das ist ganz viel. Also wir haben ja ein Selbstverständnis, dass wir die Leute schmücken, und die Leute möchten sich auch gerne schmücken. Das Schmücken ist so alt wie der Mensch selbst. Zur Steinzeit hat man sich Knochen umgehangen und das lässt sich jetzt auch in ein 2025 übersetzen. Ich wünsche mir, oder ich möchte mitgeben im Prinzip, dass das ein bisschen weiter geguckt wird und dass da wieder Begeisterung ausgelöst wird für tolle Steine, für tolles Handwerk, für schöne Kreationen und dass sie gerne gerne getragen werden.

Doris Stegemann

Ja, wundervoll, das ist ja sich selber nach außen darstellen und auch stolz darauf sein. Das ist ein super Ding, auf jeden Fall. Das war’s für heute in unserem Kaetengespräch vielen Dank fürs Zuhören. Und VERGESST nicht, uns zu abonnieren. Hinterlasst gerne eine Bewertung und hast auch du Lust, uns im Kajüten Gespräch zu erzählen, wer du bist, was du machst? Dann melde dich bei uns unter www.neuen-hanse-bc.de bis zum nächsten Mal. Bleibt neugierig und auf Wiederhören.

Dankeschön Marie. Danke auch Tschüss.